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Der Staatsforst Lengenberg

Das ausgedehnte Waldgebiet des Lengenbergs wird im Zusammenhang mit dem ersten Dorf Fürstenhagen im Jahre 1297 urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich gehörte dieses Waldgebiet zu je einem Teil dem Mainzer Erzbischof, dem Landgrafen von Thüringen, dem Landgrafen von Hessen und dem Grafen von Henneberg (Henneburg bei Meiningen). Einst verlief die Grenze zwischen Sachsen und Thüringen durch das große zusammenhängende Waldgebiet "der Fürstenhagen", das eine Holzmark war und unter Sonderrecht stand. Um 1600 war der Wildbestand in unseren Wäldern enorm, ebenso die Wildarten, von denen einige längst ausgestorben sind: Rothirsche. Damhirsche, Wildschweine, Bären, Wölfe, Luchse, Biber, Fischotter, Iltisse, Hasen, Füchse und Dachse. Das nur aus Wäldern bestehende Gebiet des Forstes Lengenberg ließ die kurmainzische Forstverwaltung Ende des 18. Jahrhunderts mit starken Sandsteinen, die heute noch an vielen Stellen zu finden sind, abgrenzen. Auf der einen Seite der Steine befindet sich die laufende Nummer 1-161 und auf der anderen Seite das sechsspeichige Rad, das Mainzer Hoheitszeichen. Später teilte man das Gebiet in 22 Distrikte (154-176) und schuf gute Abfahrtswege. Nach der preußischen Forsteinteilung sind es heute die Distrikte 2712-2734.

Die Verwaltung des Forstes

In den Jahren 1839-1845 wurde in Fürstenhagen die Försterei Lengenberg gebaut. Nach dem Forsthilfsaufseher Wiemann bezog 1850 Förster Goldmann, der seine Wohnung von Uder nach Fürstenhagen verlegt hatte, das neue Forsthaus.

Die Förster in Fürstenhagen:

1850-1878Goldmann
1878-1890Braatz, Otto
1890-1912Mainzer, Karl
1912-1930Meier, Anton
1931-1945Hinske, Gustav
1945-1947Joppich, Walter
1948-1950Engelmann, Walter
1950-1955Kroh, Heinrich
1955-1963Liese, Paul
1963-2000Fischer, Kurt
2000-......Hahn, Jürgen

Im Jahre 1802 wurde der Forst Lengenberg Königlich-Preußischer Staatsforst und ist heute Thüringer Staatsforst.

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Die Nutzung des Forstes Lengenberg

Der Wald war von jeher ein wichtiger Rohstofflieferant für die Bevölkerung. Er leistete zu einem geringen Teil auch einen Beitrag zu ihrer Ernährung, indem man die Waldpilze sammelte sowie die Früchte der Hecken und Sträucher. Das erlegte Wild hingegen landete in den Töpfen der "Herrschaften". Im Herbst ließen die umliegenden Gemeinden ihre Schweine zur Mast durch den Schweinehirten in den Lengenberg treiben. Im Jahr 1730 besah sich der Schultheiß Frohm aus Uder mit vier Mann die Schweinemastung des Lengenberges. Als nach 1800 die Weberei und Spinnerei in Lutter und Fürstenhagen langsam erlosch, begann man in Lutter mit der Herstellung von Tragkörben und Wannen. Dieses Gewerbe blühte schnell auf und der Bedarf an Rohmaterial, wie Esche, Maßholder, Buche und Haselnuss stieg sehr stark an. Im Lengenberg gedeiht eine rein-weiße Buche ohne dunklen Kern. Sie liefert gutes Bau- und Industrieholz. In diese Hauptbestände sind Haselnuss, Spitz- und Bergahorn, Eschen, Eichen, Birken, Fichten und Weißtanne eingestreut. Die Bestände der Weißtanne sind stark zurückgegangen. In den letzten Jahrzehnten wurden aber auch Jungbestände herangezogen. Ein so großes zusammenhängendes Waldgebiet ist auch ein gutes Wasserreservoir. Die Hauptquelle entspringt im Grießbachtal und versorgt Uder mit Trinkwasser. An der Ostseite des Lengenbergs lieferte früher der Hanerbom und seit dem Wasserleitungsbau die Quellen am Müllerweg das Trinkwasser für Fürstenhagen.

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Die erste Sternwarte auf dem Eichsfeld

In den Jahren 1972 bis 1976 errichtete der Bankkaufmann und Buchhalter Helmut Adler nach eigenen Plänen "Auf dem Hahnsgraben" eine Amateur-Sternwarte, die er bis 1989 weiter ausgebaut hat. Die Sternwarte befindet sich 450 "Meter über dem Meeresspiegel. Am 7.11.1976 wurde der bereits 1972 erworbene Zeiss-Refraktor 80/1200 in dem Beobachtungsraum mit einem Schiebedach aufgestellt. Dieses Fernrohr gestattete Sonnen-, Mond- und Sternbeobachtungen mit Vergrößerungen von 30-200fach.

Im Frühjahr 1979 wurde ein Meniskus-Cassegrain-Spiegelteleskop 150/2250 von Carl Zeiss Jena angeschafft, das auf die parallaktische Montierung des Refraktors gesetzt wurde. Von 1982 bis 1986 fand der Zeiss-Refraktor auf einer anderen Montierung in einem zweiten Beobachtungsraum mit Schiebedach Aufstellung. 1984/86 wurde ein Kuppelbau für eine 3m-Sternwartenkuppel errichtet, die durch die Wende 1989/90 nicht mehr angeschafft werden konnte.

In den 80er Jahren wurden mit den Schülern der 9. und 10. Klasse der POS Lutter im Rahmen des Astronomie-Unterrichts Beobachtungsabende durchgeführt und Lichtbilder-vorträge gehalten. Auch zahlreiche Besuchergruppen und Brigaden aus den Betrieben nutzten die einmalige Gelegenheit, den Sternenhimmel näher kennenzulernen.

In der Fachzeitschrift "Astronomie und Raumfahrt" wurden mehrere Beiträge veröffentlicht, und 1982/83 erschienen im "Thüringer Tageblatt" zwei Artikelserien "Himmelsbeobachtungen mit dem Feldstecher und "Reise zum streifenge-sichtigen Planeten". 1984 wurde eine Bauanleitung für den Bau von Amateursternwarten mit Schiebedächern erarbeitet. - Im Jahre 1993 konnte das ursprüngliche Schiebedach der Sternwarte umgebaut werden, und der Kuppelbau erhielt ein Klappdach. Im gleichen Jahr wurde ein modernes Schmidt-Cassegrain-Spiegelteleskop 254/2500 von Meade angeschafft, das für die Beobachtung von Mond und Planeten sowie lichtschwacher Objekte des Fixsternhimmels Verwendung findet.

1994 wurde die schon früher begonnene Objektekartei vollendet, so dass die wichtigsten Daten und Forschungsergebnisse von etwa 3.000 Himmelsobjekten für die Beobachtung sofort verfügbar sind. Hinzu kommen über 200 Bücher, Fachzeitschriften und zahlreiche Astro-Fotos. Der Refraktor 80/1200 wurde 1995 verkauft. Da die Sternwarte über keinen Stromanschluss verfügt, dienen Autobatterien als Energiequelle für die Beleuchtung der Arbeitsräume und den Antrieb der Teleskope, zu denen auch vielfältige Zusatzgeräte gehören.

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Die Wasserversorgung in Fürstenhagen

Für die ersten Siedler des Dorfes und die nachfolgenden Generationen war vor allem die Wasserversorgung ein großes Problem. Die Höhenlage gehört geologisch zum unteren Muschelkalk und das Gestein ist sehr klüftig und wasserdurchlässig, so dass sich keine Quellen bilden können. Auch das Bohren nach Brunnen ist nutzlos, da sich die wasserstauende Schicht in etwa 120 m bis 150 m Tiefe befindet. So wählte man den quellenreichen Südosthang des Lengenberges zur Versorgung der Bewohner und des Viehs mit dem lebensnotwendigen Nass. Drei größere Quellen, etwa 800 m westlich des Dorfes Lutter gelegen, der Hanerborn genannt, der Rappelborn und die Müllertränke (Bullentränke) am Müllerweg sowie eine Reihe kleinerer Wassersprudel versorgten jahrzehntelang den Ort mit Wasser. Das Wasser zum Waschen kam aus den Zisternen.

Zisternenwasser ist das gesammellte Regenwasser von den Haus- und Scheunendächern. In Fürstenhagen wurden etwa 8 Zisternen (Tiefe 4-6 m, Durchmesser 2-3 m) angelegt. Das Wasser für das Vieh wurde mit großen Wasserfässern (auch Jauchefässer) mit den Kuh- und Pferdegespannen von der 2,8 km entfernten Lutterquelle bei der Springmühle geholt. Bis zum Wasserleilungsbau im Jahre 1907 wurde das Trinkwasser mit Tragehölzer (Joch), an dem rechts und links ein Wassereimer an einer Kette hing, vom Hanerborn oder einer anderen Quelle geholt. Der beschwerliche Weg zum Hanerborn wurde durchschnittlich 7 mal am Tage, auch von den größeren Kindern, zurückgelegt. Die Quelle liegt 100 Meter tiefer als der Ort und war früher Eigentum der Gemeinde Lutter. Bei der Separation (1871) wurde sie dem Staatsforst Lengenberg zugeschrieben, wurde später gereinigt und 1911 eingefasst sowie mit einem Eisengitter verschlossen. Im Jahre 1905 reichten die Bewohner von Fürstenhagen ein Bittgesuch an den Landrat von Hanstein ein, um den Bau einer Wasserleitung zu erreichen. Für die damalige Zeit war ein Wasserleitungsbau ein gewagtes Unternehmen. Es gab in dieser Zeit kaum einen Eichsfelder Ort mit einer Wasserleitung. Selbst in Heiligenstadt waren bei weitem nicht alle Haushaltungen durch die Wasserleitung versorgt. Das Quellengrundstück (2 Morgen) wurde für 2000 Mark von der Gemeinde Lutter gekauft.

Im Jahre 1906 begann die Fa. J. A. Brand, in Kassel mit dem Bau der Wasserleitung. Beim Verlegen der Rohrleitungen fand man in der Nähe des Hanerborns zahlreiche tropfenförmige Glasschlacken, glasurte Häfenstücke und Holzkohlenreste. die von den ehemaligen Glashütten stammen. Von der tiefer liegenden Pumpstation wurde das Wasser auf einem 600 Meter langen Weg 150 Meter hoch gepumpt. Die Kraft leistete eine Widderanlage, die oft in den Sommermonaten versagte. Von 17 Liter Trinkwasser wurden 5 Liter bei einem Stoß in das 50 m³ fassende Bassin des Hochbehälters im Ort gepumpt. Sämtliche Dorfstraßen wurden aufgerissen und mit einem Rohrnetz versehen. Am 26.8.1907 kam das erste Wasser aus den Leitungshähnen in den Küchen und Stallungen. Im Zuge des Wasserleitungsbaues wurde eine weitere Großtat in Angriff genommen. Für das Abwasser aus Haus und Hof sowie das Regenwasser wurden Ton- und Zementrohre beschafft und durch alle Dorfstraßen zu einem Abwasserkanalsystem verlegt. Wenn in trockenen Jahren die Quellen für die Wasserversorgung Fürstenhagens nicht ausreichten, musste vom Hanerborn bzw. von der Lutterquelle Wasser geholt werden. Im Jahre 1952 wurde das Widderwerk durch zwei elektrisch betriebene Kreiselpumpen mit einer Leistung von 5m³ Stunde ersetzt. 1965 wurde die gemeindeeigene Wasserversorgung verstaatlicht. Den Weiterbetrieb übernahm der VEB Thüringer Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Heiligenstadt. Im Jahre 1969 erfolgte die Verlegung der Pumpen in den unteren Raum der Pumpstation und eine Renovierung des gesamten Pumpenhauses. Am 1.1.1993 übernahm der Wasser- und Abwasserzweckverband Obereichsfeld die Wasserversorgungsanlage. Da der Wasserdruck im Hochbehälter nicht ausreichte, wurde, um eine stabile Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser zu sichern, im Jahre 1993 vor dem Hochbehälter eine Druckerhöhungsstation errichtet.

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Die Fürstenhagener feiern ein Lichtfest

Im Dezember 1924 wurde von der Überlandleitung Lutter-Kalteneber in Höhe der Springmühle eine Abzweigung über "Lorenz Kopf, durch das Löffeltal und über den Ölberg nach Fürstenhagen verlegt, die Trafostation am Ortseingang errichtet und das Ortsnetz angeschlossen. Am 10.1.1925 gingen in Fürstenhagen die Lichter an und die 130 Einwohner feierten auf dem Gunkelschen Saale das Lichtfest. Der Bahnhof erhielt erst, wie alle Bahnhöfe der Kleinbahn Heiligenstadt-Schwebda, in den Jahren 1926/27 eine elektrische Anlage. Die Straßenbeleuchtung wurde in Fürstenhagen zwischen 1930 und 1935 installiert. Lutter und der Ortsteil Fürstenhagen wurden 1970 mit einem Kostenaufwand von 54.000 Mark mit einer neuen Straßenbeleuchtung ausgestattet. Im Jahre 1991 erhielt die Bahnhofstraße eine neue Straßenbeleuchtung und 1994 wurde die Trafostation rekonstruiert. Moderne Schaltuhren und Dämmerungsschalter regeln die Straßenbeleuchtung.

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Die Freiwillige Feuerwehr in Fürstenhagen

In den vergangenen Jahrhunderten haben Kriege, Naturkatastrophen und Feuersbrünste ganze Städte und Dörfer vernichtet. Durch Blitzeinschläge und dem unverantwortlichen Umgang mit offenem Feuer, Kerzen und Öllampen, später Zündhölzern und Petroleumlampen, aber auch Fackeln ist mancher Bauernhof mit gesamter Ernte sowie Vieh ein Raub der Flammen geworden. Die technischen Mittel zur Brandbekämpfung waren primitiv. Mit Eimerketten war einem Großbrand nicht beizukommen. Hinzu kam, dass es keine Feuerversicherung gab und die Betroffenen ins Elend gestürzt wurden. Erst relativ spät ging man daran, Feuerlöschgeräte anzuschaffen. So wird zum Beispiel im Jahre 1356 in Erfurt zum ersten Male eine Handfeuerspritze erwähnt. Im Jahre 1761 wurde die Feuerwehr-Schulleiter erfunden. Die Feuerordnung von 1726 wurde 1774 und 1779 ergänzt. Man verlangte jetzt die Anschaffung einer Feuerspritze, die Anlegung von Spritzenhäusern, Anstellung von Spritzenmeistern, die Beförderung der Spritzen an den Ort der Feuersbrunst sowie die Anstellung besonderer Feuerläufer. Die Feuerläufer hatten die Aufgabe, bei einem Brandausbruch oder einer Naturkatastrophe die Bevölkerung zu alarmieren, indem sie mit dem Signalhorn durch die Straßen liefen. Meist wurden auch die, Kirchenglocken geläutet. Die Freiwillige Feuerwehr Fürstenhagen wurde am 1.7.1957 gegründet und gehört als selbständige Gruppe der FFW Lutter an. Gründungsmitglieder waren z.B.: Rudolf Kulle, Werner Koch, Kurt Roth, Alfred Kistner, Josef Riethmüller usw. Die Leitung der Feuerwehr übernahm Werner Koch (1931-1987). Werner Koch wurde 1960 zum Löschmeister befördert und absolvierte 1961 einen Wehrleiterlehrgang. Zur Brandbekämpfung stand eine Handspritze zur Verfügung. Als Löschwasser konnte nur das Trinkwasser aus dem Leitungsnetz verwendet werden. Die Spritze wurde in der alten Scheune bei der Buswendeschleife untergestellt. 1966 errichteten die Kameraden der FFW Fürstenhagen im NAW ein Feuerwehrgerätehaus auf dem Platz, vor dem Hochbehälter. Besonders in trockenen Sommermonaten war es für die Feuerwehr Fürstenhagen schwierig, immer ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Der Hochbehälter der Wasserleitung fasst nur 50 m³ .

Als die Kleinbahn noch in Betrieb war, wurde durch eine Abzweigung der Druckleitung der 20 m höher liegende Bahnwasserbehälter von 25 m³ Fassungsvermögen versorgt. Der Bahnwasserbehälter wurde erst dann gefüllt, wenn der Hochbehälter im Ort gefüllt war. Wenn in Zeiten anhaltender Trockenheit der Hochbehälter sich nur langsam füllte, musste, um das Bahnwasser zu sichern, die Einspeisung in den Gemeindewasserbehälter zeitweise unterbrochen werden. Da der Hochbehälter in Fürstenhagen nur wenige Meter über dem Gelände liegt, reichte der von ihm erzeugte Druck im Rohrnetz des Ortes für Feuerlöschzwecke nicht aus, weshalb der Wasserturm auch zum Speisen der Hydranten benutzt wurde. Im Jahre 1933 brach in der Gastwirtschaft Gunkel ein Brand aus, durch den der größte Teil des Hauses vernichtet wurde. Dieses ist bisher der einzige größere Brand in Fürstenhagen. 1977 erhielt die FFW Fürstenhagen einen Tragkraftspritzenanhänger TSA. Um ihn im Spritzenhaus unterbringen zu können, wurde 1974 das Feuerwehrgerätehaus erweitert, der Platz vor dem Hochbehälter instandgesetzt und ein Schlauchtrockenmast errichtet. Im Sommer 1977 konnte die Freiwillige Feuerwehr Fürstenhagen ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Nach dem plötzlichen Tode des Gruppenführers Werner Koch im Jahre 1987 übernahm sein Schwiegersohn Franz-Joseph Windolph diese Funktion. Die Feuerwehr Fürstenhagen besteht im Jahre 1996 aus einer Einsatzgruppe mit 10-14 Kameraden. Zur Brandbekämpfung steht eine Tragkraftspritze (Hänger mit Bestückung) zur Verfügung. Nach der Inbetriebnahme der Druckerhöhungsstation vor dem Hochbehälter der Wasserleitung im Jahre 1993 ist die Brandbekämpfung im Ortsteil Fürstenhagen stets gewährleistet.

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Die Gaststätte Gunkel in Fürstenhagen

In den ersten Jahrzehnten nach der Dorfgründung im Jahre 1828 wurde im Dorf Flaschenbier verkauft. Erst um 1882 ist von einem Gastwirt Joseph Hartleib auf dem heutigen Anwesen von Aloys Gunkel die Rede. Im Jahre 1896 kaufte Konrad Gunkel diese Gastwirtschaft, die nach seinem Tode von seiner Frau Theresia und später vom Sohn Josef Gunkel weitergeführt wurde. Konrad Gunkel vergrößerte vor 1925 das Anwesen durch den Anbau eines kleinen Saales. 1933 brach in der Gaststätte ein Brand aus, durch den der größte Teil des Hauses vernichtet wurde. Danach wurde der Bau in der heutigen Form mit neuen Wirtschaftsgebäuden, die für die Landwirtschaft benötigt wurden, errichtet. Schon Konrad Gunkel betrieb nach 1896 neben der Gastwirtschaft einen kleinen Kolonialwarenladen. Im Jahre 1959 übernahm die Konsumgenossenschaft das Lädchen. Frau Anna Gunkel war ab Januar 1962 Verkaufstellenleiterin. Nach dem Umbau des Schulsaales 1974/75 in eine Lebensmittelverkaufsstelle wurde der Konsum im April 1975 in die alte Schule verlegt. Die ehemalige Verkaufsstelle in der Gaststätte Gunkel wurde beseitigt, wodurch der Saal vergrößert werden konnte. Nach dem Tode von Josef Gunkel (1907-1976) übernahm seine Frau Anna Gunkel (1911 bis 1993) die Gastwirtschaft. Von April 1985 bis Juni 1994 betrieb ihr Sohn Aloys als Nebenerwerb die Gaststätte. Seine Ehefrau Annemarie leitete von 1985 bis 1991 auch die hiesige Poststelle im Hause. Durch die Schließung der kleinen gemütlichen Gaststätte ab Juli 1994 hat der Ort keinen Treffpunkt mehr. Auch die Kirmesfeiern müssen entweder unter freiem Himmel oder in einem Zelt veranstaltet werden. Nachdem die Poststelle entfallen ist und die Konsum-Verkaufsstelle geschlossen wurde, ist der Ortsteil Fürstenhagen verödet, eine Folge der "sozialen Marktwirtschaft".

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