Die Kirche

Kirche von Fürstenhagen
Kirche von Fürstenhagen   
Das Bedürfnis der Bewohner des jungen Dorfes Fürstenhagen, eine Kirche zu bauen, bestand schon nach der Gründung der Siedlung im Jahre 1828. Doch Unstimmigkeiten über die Platzwahl, die fehlende polizeiliche Bauerlaubnis und das notwendige Geld verzögerten die Ausführung. Im Jahre 1861 wurde von Pfarrer Johannes Wilhelm Fütterer die Schulglocke geweiht. Sie rief die Schulkinder zur Schule und die Gemeinde zum Gottesdienst in das Schulzimmer. Als der treibende Initiator des Kirchenbaues, der Schöffe Dietrich, das Dorf verließ, verzögerte sich der geplante Kirchenbau immer mehr, so dass die Bewohner Fürstenhagens beschlossen, die angefahrenen Steine zum Bau eines Dorfbackhauses zu verwenden. Doch der Wunsch nach einer Kirche bestand weiterhin. Die kirchliche Betreuung der Einwohner des kleinen Ortes erfolgte von Anfang an vom Pfarrer in Kalteneber. Da fand sich endlich im Jahre 1895 ein Wohltäter, der den Bau einer Kirche ermöglichte, der Rentner Melchior Gehrt. Er war am 19.5.1838 in Fürstenhagen geboren und aufgewachsen.

Als Bauplatz wurde das Gelände zwischen dem Dorfanger und Friedhof gewählt. Der Kirchenbau wurde am 18.08.1896 in Angriff genommen. Am 27.08.1896 war die feierliche Grundsteinlegung durch Pfarrer Fuhlrott. In den Grundstein wurde eine Urkunde eingefügt, die die Geschichte des Ortes, der Schule und des Kirchenbaues enthält. Der Grundstein befindet sich an der Südseite des Chores. Am 17.9.1896 war der Kirchenneubau schon soweit gediehen, dass das Dach gedeckt und der Turm vollendet werden konnte. Es wurde das Richtfest (Turmfest) gefeiert. Unter den Klängen einer Musikkapelle wurde der Turmknopf angebracht. Darüber befindet sich eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1896. Am 15.1.1897 erhielt die Kirche zwei neue Glocken, die auch Herr Gehrt schenkte.

Das Grab von Melchior Gehrt
Das Grab von Melchior Gehrt   

Melchior Gehrt starb am 4.2.1918. Sein Grabstein steht heute rechts neben dem Friedhofskreuz. Im l. Weltkriege (1917) musste eine Glocke eingeschmolzen werden. In der Nacht vom 27. auf den 28. April 1922 drangen Diebe an der rechten Altarseite in die Kirche ein. Sie hatten den Tabernakel arg zugerichtet, konnten aber das Allerheiligste nicht schänden. Im Herbst 1929 wurde um den Kirchenplatz ein eisernes Gitter angelegt und ein goldenes Messgewand angeschafft. Als Ersatz für die im ersten Weltkriege eingeschmolzene Glocke konnte 1930 von der Fa. Schilling, Apolda, eine neue, 4 Zentner schwere Glocke erworben werden. Die Inschrift lautet: „l.4.1930. In ernster sorgenschwerer Zeit dem Hl. Herzen Jesu ward ich geweiht von der Gemeinde Fürstenhagen".

1933 wurde am Kirchturm eine Kupferblechabdeckung vorgenommen. Im 2. Weltkriege mussten das Kupferblech des Turmes sowie auch die größte Glocke für die Rüstung geopfert werden. Am 8. April 1945 (Weißer Sonntag) beschossen amerikanische Panzer Fürstenhagen, wobei auch die Kirche getroffen wurde. 1958 konnte nach langen Verhandlungen für die im 2. Weltkriege abgelieferte Glocke Ersatz beschafft werden. 1959/60 wurde eine Sakristei an der Südseite der Kirche angebaut. Im Jahre 1961 wurde die Kirche neu gestrichen und durch einen wertvollen, geschnitzten Kreuzweg vom Bildhauer Georg Schröter, Görlitz (für fast 3.000 Mark) ausgeschmückt.

Joachim Wanke hält den Festgottesdienst
Joachim Wanke hält den Festgottesdienst   

Am 01.10.1963 wurde Lutter zur Pfarrei erhoben und Fürstenhagen wurde eine Filiale der Pfarrei Kalteneber. In den Jahren 1992 bis 1995 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an und in der Kirche vorgenommen. Im August 1996 wurde in Fürstenhagen das 100. Kirchweihfest groß gefeiert. Weit über 1000 Kirmesgäste hatten sich eingefunden, um im Festzelt, das neben dem als Parkplatz genutzten Fußballplatz aufgestellt war, das Tanzbein zu schwingen. Am Sonntag, dem 18. August, feierte die Gemeinde gemeinsam mit dem Bischof des Bistums Erfurt, Dr. Joachim Wanke, den Festgottesdienst.

(c) 2005 - 2010 Design by Stephan Lindenbauer | dlre | fuerstenhagen-online.de